Was bedeutet einkommensorientierte Förderung (EOF)?

Wohnen zu fairen Mieten

Was bedeutet einkommensorientierte Förderung (EOF)?

Mit unserem Erklärvideo möchten wir Ihnen kurz und knapp die wesentlichen Bestandteile der einkommensorientierten Förderung aufzeigen. Weitere Informationen finden Sie im Anschluss an das Video auf dieser Seite.

Mit dem Wohnberechtigungsschein die Chance auf eine bezahlbare Mietwohnung erhöhen!

Die BayernHeim steht für die Schaffung und langfristige Bereitstellung von bezahlbarem Wohnraum in ganz Bayern. Dabei handelt es sich überwiegend um geförderte Wohnungen, für die Sie einen Wohnberechtigungsschein benötigen. Wohnberechtigt könnten möglicherweise auch Sie sein! Denn die BayernHeim schafft Wohnraum für unterschiedlichste Haushalte. Egal ob Singles, Familien mit Kindern, Senioren, Alleinerziehende … Es geht um Wohnraum für Menschen, die auf dem angespannten Wohnungsmarkt vermehrt Schwierigkeiten haben, eine passende bezahlbare Wohnung zu finden.

Wie erfolgt die Förderung der Wohnungen?

Die Wohnungen der BayernHeim werden über die Einkommensorientierte Förderung (EOF) gefördert. Die EOF ist ein Modell des staatlichen geförderten Wohnungsbaus, die für den Mieterhaushalt eine Zusatzförderung, eine Art Mietzuschuss beinhaltet.

Wie hoch ist die Zusatzförderung?

Die Förderung für den Mieter orientiert sich am Einkommen und stellt den Differenzbetrag zwischen der zumutbaren Miete (eigene Mietbelastung) zu der tatsächlichen Erstvermietungsmiete dar. Sie entlastet Sie also bei Ihren Wohnkosten! Die Förderung wird in der Regel direkt an den Mieter ausbezahlt.

Die EOF sieht drei unterschiedliche Einkommensstufen vor. Haushalte, die die vorgegebene Einkommensgrenze der Stufe I nicht überschreiten, erhalten die volle Zusatzförderung. Bei Haushalten der Einkommensstufen II und III vermindert sich die Zusatzförderung je Stufe um 1,00 € je m² Wohnfläche.

In Abhängigkeit der Lage der Wohnung in Bayern und des zur Verfügung stehenden Haushaltseinkommens liegt die eigene Mietbelastung durch die gewährte Zusatzförderung zwischen 3,50 € und 8,00 € pro m² Wohnfläche.

Was müssen Sie für den Erhalt einer solch geförderten Wohnung unternehmen?

Um eine solch geförderte Wohnung erhalten zu können, müssen Sie grundsätzlich zunächst bei der zuständigen Stelle (Kreisfreie Städte, Große Kreisstädte oder zuständiges Landratsamt) einen sogenannten Wohnberechtigungsschein (WBS) beantragen.

Befindet sich Ihre Stadt oder Gemeinde in einem Gebiet für das ein erhöhter Wohnungsbedarf nach der Verordnung zur Durchführung des Wohnungsrechts und des Besonderen Städtebaurechts  festgestellt wurde, kommt für die Einkommensstufe I das sogenannte Benennungsverfahren zur Anwendung. Bei diesem Verfahren werden der BayernHeim von der zuständigen Stelle bis zu fünf Mieter nach sozialer Dringlichkeit für eine Wohnung vorgeschlagen. Aus diesen Vorschlägen suchen wir uns dann einen Mieterhaushalt aus.

Kommt kein Benennungsverfahren zur Anwendung können Sie sich einfach bei uns unter Vorlage des Wohnberechtigungsscheins für die gewünschte Wohnung bewerben. Einzelheiten zum Verfahren und welche weiteren Schritte Sie unternehmen müssen, um eine geförderte Wohnung zu erhalten, erläutert Ihnen gerne die zuständige Stelle. Der WBS ist in der Regel ein Jahr gültig.

Es hat geklappt! Sie haben eine EOF-Wohnung bekommen! Was ist nun zu tun?

Wenn Sie eine EOF geförderte Wohnung erhalten haben, können Sie die Zusatzförderung bei der für Sie zuständigen Kreisfreien Stadt oder dem Landratsamt beantragen. Ob Sie eine Zusatzförderung erhalten und in welcher Höhe, richtet sich nach dem Gesamtjahreseinkommen des Haushalts und den vorgegebenen Einkommensstufen für die Einkommensorientierte Förderung. Stufe I umfasst die niedrigsten Einkommen. Diese kann für Stufe II mit bis zu 30 % und mit Stufe III mit bis zu 60 % des Einkommens überschritten werden, um trotzdem noch eine geförderte Wohnung und die Zusatzförderung zu erhalten.

Gut zu wissen: Bei der Einkommensberechnung werden die Jahresbruttoeinkommen aller Haushaltszugehörigen berücksichtigt, abzüglich der pauschalen Abzüge und der Frei- und Abzugsbeträge. Das tatsächliche Haushaltsbruttoeinkommen kann erheblich von dem rechnerischen Gesamteinkommen abweichen und trotzdem den Anspruch auf einen Wohnberechtigungsschein und die Zusatzförderung begründen.

Gehören Kinder zum Haushalt, erhöht sich die Einkommensgrenze für jedes Kind zusätzlich.

EOF-Wohnungen sind barrierefrei und deswegen auch für körperlich beeinträchtigte oder ältere Menschen geeignet. Außerdem gibt es für Schwerbehinderte zusätzliche Freibeträge (mind. GdB 50).

Folgende Unterlagen müssen Sie im Regelfall mitbringen:

  • Wohnberechtigungsschein
  • Von beiden Vertragspartnern unterschriebener Mietvertrag
  • Die letzten 12 Lohn-/Gehaltsabrechnungen (ggf. Rentenbescheide, Arbeitslosengeldbescheide, Sozialhilfebescheide, Pflegegeldbescheide etc.) von allen im Wohnberechtigungsschein aufgeführten Personen.
  • Nachweis über Erhalt oder Entrichtung von Unterhalt
  • Nachweis über Schwerbehinderung ab einem GdB von 50
  • Schul-/Immatrikulationsbescheinigungen (für Kinder/Jugendliche ab 15 Jahren)
  • Schwangerschaftsbescheinigung/Mutterpass
  • Heiratsurkunde oder Aufgebotsbescheinigung

Wer könnte zum Beispiel eine nach EOF geförderte Wohnung erhalten?

Das EOF-Modell spricht unterschiedlichste Haushalte an. Um Ihnen ein Gefühl dafür zu geben, welche Haushaltskonstellationen zur Erteilung eines Wohnberechtigungsscheins und der Gewährung der Zusatzförderung führen könnten, möchten wir einige Beispiele anführen:

Buchhalterin, ledig, ein Kind:

Jahresbruttoeinkommen 40.600 €*
Rechnerisches Gesamteinkommen 28.400 €*
Einkommensgrenze** 30.000 €*

Wohnberechtigung nach Einkommensstufe II
Mietbelastung bei EOF je nach Lage der Wohnung:
4,50 € – 7,00 € pro m² Wohnfläche


Werkzeugmechaniker/-in Vollzeit, Erzieher/-in Teilzeit 60%, zwei Kinder :

Jahresbruttoeinkommen I 36.800 €*
Jahresbruttoeinkommen II 26.200 €*
Rechnerisches Gesamteinkommen 44.100 €*
Einkommensgrenze** 44.250 €*  

Wohnberechtigung nach Einkommensstufe II
Mietbelastung bei EOF je nach Lage der Wohnung:
4,50 € – 7,00 € pro m² Wohnfläche


Projektleiterin Vollzeit, Grafiker Teilzeit, drei Kinder

Jahresbruttoeinkommen I 70.000 €*
Jahresbruttoeinkommen II 33.000 €*
Rechnerisches Gesamteinkommen 67.100 €*
Einkommensgrenze** 67.500 €*  

Wohnberechtigung nach Einkommensstufe III
Mietbelastung bei EOF je nach Lage der Wohnung:
5,10 € – 7,60 € pro m² Wohnfläche


Rentner, Schwerbehinderung GdB 80

Jahresbruttoeinkommen (Rente) 14.400 €*
Rechnerisches Gesamteinkommen 8.900 €*
Einkommensgrenze** 14.000 €*

Wohnberechtigung nach Einkommensstufe I
Mietbelastung bei EOF je nach Lage der Wohnung:
3,50 € – 6,00 € pro m² Wohnfläche


* Bei diesen Zahlen handelt es sich um Beispielbeträge (brutto). Selbstverständlich sind auch andere Konstellationen möglich. Die Einkommensgrenzen und das rechnerische Gesamteinkommen werden individuell berechnet (Abzug von Pauschal- und Freibeträgen) und können von den hier genannten Zahlen abweichen.
Aktuelle Informationen zu den Einkommensgrenzen erhalten Sie beim Bayerischen Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales (https://www.stmas.bayern.de/fibel/sf_s090.php)


** nach der Wohnraumförderung seit 01.05.2018